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  1. #1

    Standard Den Blickwinkel wechseln

    Wenn ich mich so umschaue bei den Menschen, wobei ich die vielen Gespräche die ich führe mit einbeziehe, ist mir aufgefallen das meistens nur das gesehen wird was da nicht ist und nicht das was da ist. So verfallen viele Menschen in Trauer wenn sie Glauben etwas verloren zu haben und können nicht sie sehen das was sie hatten. Das beste Beispiel ist der Verlust eines Angehörigen bzw. generell der Verlust eines Menschen aus dem Umfeld. Statt jetzt zu schauen wie viel Zeit sie mit ihm verbringen durften wird nur um den Verlust getrauert. Wer es schafft jetzt den Blickwinkel zu wechseln und nicht um den Verlust trauert sondern sich an dem erfreut was da an Gemeinsamen Erfahrungen gewesen ist und an all das schöne das man mit diesem Menschen hatte, der befreit sich augenblicklich aus dieser Trauer, denn in Wirklichkeit ist es immer eine Trauer um sich Selbst und um den Verlust den man glaubt erlitten zu haben.

    So kann das auf alles bezogen werden. Doch viele Menschen haben beständig Angst etwas zu verlieren und sehen nicht was sie haben und dafür dankbar zu sein in dem was sie haben. Sie weinen immer dem Verlorenen nach und sehen nicht was sie hatten. Dabei genügt ein kleiner Blickwinkelwechsel um aus dem Leid um das Verlorene und um das nicht Haben, reine Freude zu machen.

    So ist es auch bei dem was Vergangenheit genannt wird. Es wird beklagt und es wird Schuld zugewiesen in dem was da Geschehen ist. Ein kleiner Blickwinkelwechsel und das Erkennen das alles nötig war um zu wachsen und zu Reifen und Dankbarkeit dafür das einem im Grunde nicht wirklich etwas geschehen ist befreit auch da augenblicklich aus dem Leid und es kommt Dankbarkeit auf. Vor allen wenn dann auch darauf geschaut wird das da auch sehr viel Schönes war. So ist es eben der Umgang mit all dem was erlebt wurde das entweder befreiend oder fesselnd ist. Doch die meisten Menschen geben sich lieber ihren eigenen Begrenzungen und Fesseln hin statt sich daraus zu befreien. Mit dem Blick darauf wieso alles so sein sollte und wieso das alles so geschehen ist und mit dem Überblicken aller Zusammenhänge und das da niemand ist der eine Schuld hat an dem was geschehen ist kann Dankbarkeit und Vergebung sein.

    So ist es immer die Bewertung die eine Qualität hin zum positiven oder Negativem bringt. Wird der Blickwinkel gewechselt und alles Neutral betrachtet und ohne Bewertung und Urteil stellt sich innerer Friede ein. So lange da jedoch keine Annahme des gegebenen ist kann dieses nicht sein. Wenn da also Menschen sagen wie schrecklich das doch war was sie Erleben mussten ist dieser Blickwinkelwechsel nicht da und sie bleiben weiter in dem was sie als ihr erfahrenes Leid sehen und können sich daraus nicht befreien. So versuchen sie dann Jahrzehntelang sich zu befreien und Vergessen dabei den Blickwinkel ins Neutrale zu wechseln. Das Neutrale stellt sich automatisch ein wenn statt Negativ erst einmal ins Positiv gewechselt wird. Das erweitert den Blickwinkel und damit das Bewusstsein an sich.

    So ist es auch eine Redensart etwas tun zu müssen und damit wird es zu einer Pflicht. Wer es erreicht den Blick zu wechseln und sich sagen kann: Nichts muss jedoch alles darf, der kann sich daraus befreien und alles wird ein Tun in Liebe. Jede Arbeit ohne Liebe ist sinnlos getane Arbeit und solche sollte sofort unterlassen bleiben denn sie mürrisch und Unzufrieden. Die Befreiung daraus ist eben die Sicht etwas tun zu dürfen und nicht es zu müssen.

    Genauso kann dies auch auf sein Verhalten ändern wollen bezogen werden. Wer da jetzt an die Arbeit geht weil er glaubt er muss etwas ändern an sich da sein Fehlverhalten ihm nicht Gefällt, der wird es niemals erreichen dahin zu kommen wohin er will. Wird diese Arbeit jedoch aus Liebe zu sich und den Menschen an sich und aus der Erkenntnis heraus das da keine Schuld im Verhalten besteht da er nicht anders gelernt hat und das jede Entscheidung so war da er nicht anders konnte wie sich so zu entscheiden, dann ändert sich das Verhalten sich und anderen Menschen gegenüber Augenblicklich. Über die Eigenbeobachtung aus Liebe und nicht aus dem Müssen heraus ist dieses möglich und nicht anders. Alles ist nur aus Liebe zu sich und den Menschen möglich und erfolgt aus dem erweiternden Bewusstsein welches das große Ganze überblickt. Dieses geschieht über den Blickwinkelwechsel.

    Elisabeth Marichal

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  3. #2

    Standard AW: Den Blickwinkel wechseln

    Hallo Elisabeth,

    ja, es ist so einfach, nur den Blickwinkel zu wechseln.

    Wir Menschen sind aber zu komplex, als das das ginge.

    Wenn jemand einen Trauerfall hat,, dann spürt er das psychisch, körperlich, energetisch und auch soweit möglich bewusst. Da aber schon den Blickwinkel zu wechseln können ist schlicht weg pure Ueberforderung eines Trauernden. Da er genauso durch Prozesse durch muss, siehe Elisabeth Kübler-Ross, durch die ein Sterbender auch durch muss, wenn uns das bewusst ist, können wir das besser annehmen.
    Aber ob wir dabei als Aufgabe den Blickwechsel zu lernen haben ist, OFFEN und individuell.

    Denn wenn man in einem Prozess, durch Krankheit, Schmerz, Trauer etc. drinhängt, dann ist man erst mal damit beschäftigt, sich in sich selber wieder wohl zu fühlen, damit aushalten, ertragen und Entscheidungen treffen kann, alles andere ist dann nebensächlich.

    Ich habe schon zig Innere Prozesse durch, einmal, vor 6 Jahren, verstarben innerhalb eines halben Jahres 3 wichtige Personen von mir, eine andere Person kam mir dann auch zynisch.

    Wer nicht drin steckt, sollte dankbar sein, dann, dies nicht spüren zu müssen und den im Prozess steckenden nicht noch überfordern, in dem Dinge erwartet werden, die gegen den inneren Prozess arbeiten und somit noch mehr Schmerz verursachen.

    Denn das habe ich gelernt, schlussendlich ist dann in diesen Prozessen jeder mit sich alleine und er sollte respektvoll und achtungsvoll behandelt werden, denn nur er weiss, wo er gerade steht, was er braucht.....

    Barmherzigkeit unter den Menschen, das wünsche ich mir.

    Mehr übers Herz, statt Verstand, denn das Leben spielt IMMER anders.

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline


    Doppelposting automatisch vom System zusammengeführt!


    Ich denke, man gewisse Blickwinkel durch Bücher oder Schulung wechseln lernen, bzw. sich dafür öffnen, aber wenn es um Lebensprozesse geht, dann heisst es da durchgehen und auch mal Mangel, Leid, Schmerz zu erleben, damit einem bewusst wird, was man vorher hatte, was man nun neu hat und dass das von der Seeleneife abhängt - wie weit und schnell man da vorwärts kommt...

    Dann braucht es Geduld miit sich und auch mit ANDEREN und das akzeptieren.

    Und statt das Ziel den Bewusstseinswandel, sollte ich, finde ich einfach genügen, das das möglich ist und als Hoffnungsschimmer und Gewissheit, dass Wandlung geschehen kann, reichen.

    Als ich über Bücher vieles wahrnahm, selber noch nicht soweit war und andere da auch noch Druck ausübten, brachte das nix. Erst die Prozesse und das Bereitsein meiner Seele brachten mich da weiter...

    vielleicht geht es anderen auch so.

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

    Und so stehe ich ein für Achtung, Respekt, Toleranz und lebensnahe Erfahrungen.
    Geändert von Jack17 (15.06.12 um 13:46 Uhr)

  4. #3

    Standard AW: Den Blickwinkel wechseln

    Hallo,

    Frau Kübler-Ross ist mir da auch eingefallen und die Theorie der Posttraumatischen Reifung. Es wird dabei genau von diesem Thema ausgegangen, das man bei allen kritischen Lebensereignissen immer auch was dazu gewinnt, quaise was positives lernt.
    Die Frage ist natürlich ob man das dann gleich Blickwinkelwechsel nennen kann. Aber ich denke wenn man einer eigentlich "negativen" Sache etwas positives abgewinnen kann, dann hat man den Blickwinkel geändert.
    Was ich mich dann frage wie das bei Vergewaltigungsopfern aussieht. Ist man dann überhaupt dazu fähig etwas gutes darin zu sehen, oder wie viel Zeit braucht es bis man dazu bereit ist?

    Grüße,
    Lilie

  5. #4

    Standard AW: Den Blickwinkel wechseln

    Hallo Lilie,

    ich bin ein Traumaopfer - sex. Missbrauchs, in der Kindheit, in der Oeffentlichkeit - durch einen Fremden.

    JA, es ist möglich, einen gewissen Blickwinkelwechsel zu machen, vom Opfer - aus dem Opfer-Täter Spiel raus, zum handlungsfähigen Erwachsenen.

    Bei mir war es zeitweise ein Weg durch die Hölle und mein Leben hing einige Male am seidenen Faden. Es gibt eine Resilienz in einem, die Seele und die geistige Welt, da da raus helfen... und es ist viel Geduld und Ausdauer gefragt.

    Mein Blickwechsel hat sich gewandelt, achtsam und aber auch respektvoll mit mir, da ich auch Spuren in mir sind, körperlich und auch durch verpasste Entwicklungsschritte.

    Und diese Akzeptanz hilft mir mich anzunehmen wie ich BIN, durch das, was mich gewandelt hat und es noch tut. Neben der Schwerhörigkeit samt Tinnitus, nehme ich diese Themen als meine Lebensthemen an und lerne da weiter.

    Jetzt scheint es einfach, darüber zu schreiben, dieser Weg dauerte aber Jahrzehnte bei mir, ich habe überlebt, ich weiss aber auch, dass es anders hätte sein können und mir ist jede Seele wichtig, die diesen Weg auch schaffen kann und will, da ich jetzt weiss, dass es geht.

    So ist meine Lebensleistung bisher überlebt zu haben, also die Seiten gewechselt zu haben und jetzt da zu stehen, wo man normalerweise mit 18 oder 20 steht...

    Blickwinkelwechsel heisst für mich unterdessen auch, die Wahlmöglichkeit zu haben, aus diversen Spielen bewusst auszusteigen - wie Sucht, wie Drama, wie Opfer-Täterspiel etc. dafür braucht es aber eine gewisse Reife und Lebenserfahrung, eine innere Linie in einem, die lenkt und die man annehmen kann.

    Herzliche Grüsse

    Jacqueline

  6. #5

    Standard AW: Den Blickwinkel wechseln

    Ich bin gerade dabei, den Blickwinkel auf etwas zu wechseln. Danke für den Anstoß!

  7. #6

    Standard AW: Den Blickwinkel wechseln

    Zitat Zitat von Lisa 56 Beitrag anzeigen
    .... ist mir aufgefallen das meistens nur das gesehen wird was da nicht ist und nicht das was da ist.

    So verfallen viele Menschen in Trauer wenn sie Glauben etwas verloren zu haben und können nicht sie sehen das was sie hatten. Das beste Beispiel ist der Verlust eines Angehörigen bzw. generell der Verlust eines Menschen aus dem Umfeld. Statt jetzt zu schauen wie viel Zeit sie mit ihm verbringen durften wird nur um den Verlust getrauert.

    ...Sie weinen immer dem Verlorenen nach und sehen nicht was sie hatten. Dabei genügt ein kleiner Blickwinkelwechsel um aus dem Leid um das Verlorene und um das nicht Haben, reine Freude zu machen.

    meiner erfahrung nach muss ich erst den verlust "angemessen" betrauern und den schmerz darüber verarbeiten können, damit ich danach auch wieder den zugang zu den gefühlen der dankbarkeit und freude finde.
    alles braucht seine zeit, auch trauer über den verlust.
    den blickwinkel kann ich erst spürbar ändern, wenn meine zeit reif dafür ist und nicht die zeit anderer, nichtbetroffener ....

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